litfest

Ganz normal – ohne der Norm zu entsprechen

Unsere Mitglieder Justin und Julana hatten die besondere Ehre, von den Veranstaltern des 2. liefest homochrom e.V. zu einer Lesung nach Köln eingeladen worden zu sein. Am 10.07.2022 war es so weit: beide durften beim litfest aus ihren Büchern vorlesen.

Julana begann vor ca. 50 anwesenden Zuhörenden im Kinosaal des Museum Ludwig aus ihrem Buch „Julana – Endlich ich!“ vorzulesen und entlockte dabei so manchem im Publikum die eine oder andere Träne des Mitgefühls. Ihre ganz persönliche Geschichte, wie sie sich als vermeintlicher Junge gefühlt hatte, wie sie versucht hatte, sich anzupassen und einfach nicht sie selbst sein durfte, rührte die Zuhörenden.
Ihr Geschwister Justin begann danach mit them Part, den they zum Erwachsenenbegleitbuch zu Julanas Kinderbuch, „Julana – Endlich ich! Trans* Kinder verstehen und begreifen“, beigetragen hatte. An der hier gewählten Wortwahl ist schon zu erkennen, was Justin dem anwesenden Publikum über sich selbst erzählte, denn Justin bezeichnet sich als nicht binär, bzw. non-binary.
They las them Text vor, in dem they über das eigene Erleben des Coming-Outs von Julana berichtet. Für ein 11jähriges Kind war das damals nicht so richtig zu begreifen, aber eines hatte Justin schon damals verstanden: wichtig ist, wie es them Schwester geht, wie es dem Menschen geht, der einem etwas ganz persönliches über sich anvertraut. Und Justin appelliert in them Text an alle Menschen, ihr jeweiliges Gegenüber einfach zu akzeptieren – auch wenn sie es vielleicht nicht ganz verstehen.
Julana nahm daraufhin den Faden wieder auf und las weiter vor, dass es einige Menschen gab, die sie nicht als Mädchen akzeptieren wollten. Sie erzählte, dass inzwischen ein Richter entschieden hat, dass sie auch offiziell als Mädchen gilt und wie der Weg bis zu dieser Entscheidung verlaufen war.

Im Anschuss an die Lesung wurden die beiden Jungautor*innen noch zu ihren Büchern interviewt. Besonders beeindruckend war hierbei Justin Antwort auf die Frage, ob they denn einen Namen für them Geschlecht habe, denn der Begriff „nicht binär“ drücke ja nur aus, was they nicht ist. Justin teilte dem Publikum daraufhin mit, dass them Geschlecht „YES“ sei (my gender is yes). Damit sagt dieser junge Mensch allen, die bereit sind zuzuhören, dass es vor allem darauf ankommt, „JA“ zu sich selbst zu sagen.

Wir sind stolz auf unsere jungen Mitglieder und sind uns sicher, dass wir auch in Zukunft noch von den beiden hören werden.

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